Wie lange darf ein Hund allein bleiben?

Bellen, jaulen und übersteigerte Zerstörungswut – dazu kann es kommen, wenn man seinen Vierbeiner zu lange allein lässt. Doch wie lang ist zu lang? Zu diesem Thema gibt es viele Meinungen – sowohl in der Fachliteratur als auch in zahlreichen Hundeforen. Tatsächlich hängt die Antwort von mehreren Faktoren ab.

Hunde sind Rudeltiere. In der freien Natur werden sie nur von den anderen Mitgliedern getrennt, wenn sie zu krank oder zu schwach sind – und dann zum Sterben zurückgelassen. Kein Wunder also, dass viele Hunde unter schlimmen Trennungsängsten leiden, wenn sie allein zuhause bleiben müssen. Ein Rudel lässt seine Mitglieder schließlich niemals einfach so zurück.

Es liegt also im Wesen der Vierbeiner, dass sie als Rudeltiere grundsätzlich nicht gern allein sind. Im besten Fall sind sie durchgehend an Herrchens oder Frauchens Seite. Denn sind sie zu lange auf sich allein gestellt, legen sie oft unerwünschtes Verhalten an den Tag. Sie nehmen die Wohnung auseinander, lecken sich wund, gehen den Nachbarn mit ununterbrochenem Gebell auf die Nerven oder erleichtern sich schlimmstenfalls sogar in der Wohnung.

Welpen dürfen nicht alleine sein

Frau mit Husky-Welpen
Welpen brauchen viel Zuneigung und Aufmerksamkeit.

In den ersten vier Lebensmonaten sollten Vierbeiner gar nicht alleine sein müssen. Da sie im Regelfall erst acht Wochen nach der Geburt von ihrer Mutter getrennt werden, muss man als neuer Besitzer noch für etwa zwei Monate immer in Reichweite der Fellnase bleiben. Erst dann können Hunde in kleinen Schritten an das Alleinsein gewöhnt werden.

Ist der Hund schon etwas älter, spielen auch der individuelle Charakter sowie die Rasse eine große Rolle. Besonders Familienhunde, wie zum Beispiel Golden Retriever, sind sehr anhänglich und haben in der Regel Schwierigkeiten mit dem Alleinebleiben. Mit der Zeit merkt jeder „Rudelführer“, ab welchem Zeitraum sein Vierbeiner unruhig wird.

Was ist noch vertretbar und was nicht?

Hund mit Spielzeug allein zuhause
Hunde brauchen Beschäftigungsmöglichkeiten, wenn sie allein bleiben.

In der Fachliteratur findet man zu diesem Thema viele verschiedene Meinungen, die aber alle eine gemeinsame Schnittmenge haben: Je nach Hund und Rasse kann man erwachsene Vierbeiner etwa vier bis sechs Stunden allein lassen. Vier Stunden sollten im Allgemeinen problemlos möglich sein, sechs Stunden bei Hunden, die damit gut zurecht kommen oder in Ausnahmefällen. Alles darüber hinaus ist nicht mehr artgerecht. Hunde, die regelmäßig länger als sechs Stunden allein gelassen werden, neigen häufig zu auffälligem Verhalten, werden mitunter sogar lethargisch oder depressiv.

Wer voll berufstätig ist, sollte also bestenfalls die Möglichkeit haben, den Hund mit ins Büro zu nehmen. Alternativ sollte er auf Hundesitter, Pensionen oder Menschen aus dem persönlichen Umfeld zurückgreifen können, die sich täglich mit dem Hund beschäftigen. Bleibt der Hund doch mal ein paar Stunden ganz allein, sollten ihm zumindest genügend Beschäftigungsmöglichkeiten, also zum Beispiel Hundespielzeug geboten werden.

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